St. Leonhards erwirbt weitere Grünflächen und stellt sie auf Bio um

Wie unternehmerische Initiative natürliche Vielfalt erhält und Lebensräume für alle bewahrt.

Ein Interview mit Martin Abfalter, Geschäftsführer der St. Leonhards Quellen:

Sie denken schon immer in ganzheitlichen Kreisläufen. Die Wurzeln Ihrer Familie liegen in der Landwirtschaft. Warum ist es so wichtig, dass wir uns viel mehr um unsere Böden kümmern?

 

Das ist ganz einfach, wie ein Beispiel zeigt: kraftvolle, unbelastete Böden sind eine unglaubliche Mikrowelt. Tiere, Bakterien oder Pilze wirken mit Wasser und anderen Nährstoffen zusammen. So wachsen gesunde Pflanzen und Früchte. Das Heu für unsere Tiere ist unbelastet. Diese geben wiederum schadstofffreie Milch. Für gut schmeckende und der Gesundheit zuträgliche Produkte. Denn alle Unternehmensbereiche von St. Leonhards – vom Lebendigem Wasser, über die Landwirtschaft bis hin zu den Hotels – haben eines gemeinsam: Sie sind konsequent ausgerichtet auf Gesundheit. Gesundheit ist einfach unser höchstes Gut. Dafür brauchen wir eine intakte Umwelt und die Wieder-Hinwendung zu mehr Ursprünglichkeit. Und zwar mit allen Maßnahmen, die für die Bewahrung eines gesunden Ökosystems notwendig sind.

Ihr Anspruch und Ihr Ziel sind: mit unternehmerischer Initiative Vielfalt „unter & über der Erde“ zu bewahren…

…ja. Inzwischen haben wir mehr als eine Million Quadratmeter Land dazu gepachtet bzw. gekauft und in Bio-Grünflächen umgewandelt. Wir bewirtschaften sie mit traditionellen Methoden, ohne Einsatz von Chemie. Die Wiesen dienen der Heugewinnung und werden deshalb auch deutlich später und viel seltener gemäht. Nur zweimal im Jahr, im Vergleich zu sechs Mal in der konventionellen Grünlandwirtschaft. Ohne Düngung sind sie sehr blütenreich. Eine wunderbare Mischkultur mit vielen Kräutern und Blumen. Die Pflanzen können in aller Ruhe wachsen und sich gesund entwickeln. Insekten finden dort die Nahrung, die sie brauchen. Das ist der wertschöpfende Kreislauf, den wir alle brauchen.

Sie sind Mitglied im Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft. Dahinter stehen Wunsch und Anspruch zugleich: 100% Bio…

 

…und all das ist tatsächlich in Gefahr. Denn zahlreiche Ackergifte, die in der konventionellen Landwirtschaft noch regelmäßig angewendet werden, verbreiten sich flächendeckend. Ein rückstandsfreier Bio-Anbau wird immer schwieriger. Deshalb engagieren wir uns im Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft und bei der Aktion „Ackergifte? Nein danke!“. Es gibt nur diese eine Welt. Auch für alle zukünftigen Generationen.

Ganzheitlich denken. Konkret handeln. Bewusstsein schaffen…

…darum geht es uns bei der Umstellung von konventionellen Flächen auf Bio ebenso. Bodenfruchtbarkeit fördern und gleichzeitig die Öffentlichkeit „wachrütteln“. Wichtig ist noch mehr Bewusstsein dafür, was es für uns alle bedeutet, wenn die Verdichtung (konventionelle Landwirtschaft) und Versieglung (Straßen usw.) der Böden in diesem Tempo weitergeht: Jeder gesunde Boden bindet normalerweise durch organische Prozesse CO2. Das fällt dann weg. Die Erde kann auch weniger Wasser aufnehmen. Das braucht sie aber, um durch Verdunstung zu kühlen. Es gibt schon viele Regionen weltweit, die gegen Erosionen und Wüstenbildung kämpfen. Und in allen Fällen verschwinden Flächen, auf denen Lebensmittel wachsen könnten. Ein Kreislauf, der unterbrochen werden muss. Und mit unserem Engagement möchten wir dazu beitragen, dass Vielfalt und Biodiversität eine Chance haben.